Samstag, 15. Juli 2017

Paris statt Guns

Heute Abend geben die Guns 'n Roses ein einziges Konzert in Israel. Das erste seit 23 Jahren in legendärem Line-up mit Axl, Slash und Duff.

Mei, wäre ich da gerne hingegangen, aber der Gatte hat's mit Rock leider gar nicht und bei den Ticketpreisen macht es wenig Sinn, nur aus Gefälligkeit mitzugehen. Geschmerzt hat es mich aber schon vor ein paar Wochen, als ich akut hin und her überlegt habe, ob ich womöglich alleine hingehen soll oder doch den Gatten mitschleppen - horrende Preise hin oder her - aber ein Open Air in der israelischen Mid-Juli-Hitze ist vermutlich auch für hartgesottene Fans anstrengend, für Klassikliebhaber Ende 40, die es schon Zuhause auf dem Balkon im Sommer kaum aushalten, gerät es wahrscheinlich zur Tortur. Und wer weiß, ob die, ja nun auch nicht mehr ganz taufrischen, Rocker nicht im letzten Moment entscheiden, dass es ihnen eigentlich zu heiß ist und die Fans mit halber Leistung abspeisen?

Ihr merkt schon, ich rede mir diese verpasste Chance schön, vor allem gerade jetzt, wo mir Facebook die Fotos der glücklichen Konzertgänger in die Timeline spült, aber ich reiße mich zusammen, denn ich habe damals im April oder Mail, als es noch Tickets gab, sehr erwachsen und vernünftig (spießig!) entschieden, dass wir uns dieses Geld sparen, weil wir ja schließlich auch im Sommerurlaub noch ein bisschen Reserven für schöne Familienerlebnisse haben wollen.

In diesem Zusammenhang kam mir die Idee mit Paris. Eigentlich war ich gerade dabei, einen Besuch im Europapark zu planen (mit Übernachtung? Falls ja, in welchem Hotel? Mit Oma und Opa? Ohne? etc. etc.) als aus den Tiefen meines Unterbewusstseins die Schlagwörter "Disneyland!" - "Paris!" an die Oberfläche schwebten und ihre Widerhaken in mein Planungszentrum schlugen. Disneyland wäre für meinen Moana-Elsa-Rapunzel-Belle-Arielle-und-wie-sie-alle-heißen-Fan thematisch noch wesentlich passender als Europapark, und ich habe ja bekanntlich auch eine feministisch-völlig-unkorrekte Schwäche für Disney..

Also erstmal nach Busunternehmern gegoogelt, die Disneyreisen aus Deutschland anbieten. Gleich einen gefunden für günstiges Geld, aber die Bewertungen haben mich derart verschreckt, dass ich das unmittelbar wieder abgehakt habe. Eine Nachtfahrt im engen Reisebus mit zig Zwischenstops, womöglich ohne Pausen, einem übernächtigten Aufenthalt im Disneyland und anschließender Nachtfahrt zurück, wieder mit zig Zwischenstops etc. scheint dann doch eher weniger familienfreundlich.

Wie gut, dass Google auch von einem Sparangebot der Bahn für den TGV nach Paris wusste, sonst wäre womöglich alles im Sande verlaufen und ich hätte niemals in Erwägung gezogen, die Schnapsidee mit Disney zu einem kleinen Hauptstadttrip* auszubauen.



Die Planung steht dann jetzt also soweit:

1. Tag - Ankunft in Paris
Spazieren an der Seine, Louvre-Gelände, Tuilerien, Arc de Triomphe und Eiffelturm. Übernachtung im Hotel L'Elysée in unmittelbarer Nähe zum Disneyland
2. Tag - Disney bis in die Puppen, das Hotel hat netterweise einen Shuttle-Service bis kurz vor Mitternacht
3. Tag - Ausschlafen und zurück nach Paris
Île de la Cité, Notre Dame, Le Marais, eventuell Centre Pompidou und abends mit dem TGV zurück


Drei Tage Paris statt drei Stunden Konzert. Ich halte das für einen guten Deal. Doch.


*In Berlin und London waren wir ja schon erfolgreich...

Mittwoch, 12. Juli 2017

#12von12 im Juli 2017 - wie schade, dass man die Luftfeuchtigkeit nicht abbilden kann

Meine 12 Alltagsschnappschüsse von heute habe ich wieder auf Instagram als Story eingestellt, die Funktion gefällt mir für die 12 von 12 wirklich sehr gut und hilft mir auch während des Tages besser am Ball zu bleiben.

1: Ferienzeit = Kindaufbewahrungsproblemzeit, heute Ferienprogramm bei Savta in Tel Aviv
2: einfach eine Tageskarte auf Mädchens ÖV-Smartcard geladen und schon kann ich sie im Zug mitnehmen. (Die letzte Tarifreform hat wirklich vieles vereinfacht, man glaubt es kaum in Israel! Mit einem Guthaben kann man jetzt alle Verkehrsmittel nutzen und die Smartcards sogar per App aufladen)



3: am ersten Bahnhof in Tel Aviv steigt das Mädchen aus und wird von der Savta in Empfang genommen. Ich fahre noch ein Stück weiter. Auf dem Weg ins Büro fällt mir auf, dass meine Lieblingshochhäuser sich im Nachbarbürogebäude spiegeln. Nachdem ich schon fünf Jahre lang jeden Morgen daran vorbei schlurfe..
4: eine Kollegin hat Lieblingsschokolade mitgebracht <3




5: auch nach der Arbeit nehme ich heute den Zug, das Mädchen wird dort wieder zusteigen, wo ich sie morgens abgegeben habe
6: die Werbung für den BayernMarket (sic!) ist mir die Tage schon mal aufgefallen: Klassische Motive wie Dirndl, Wurst und Weißbier funktionieren offenbar auch mitten im trendigen Tel Aviv




7: Zuhause muss ich ein bestimmtes Papier in unserem Balagan suchen, nervig sowas
8: danach ist eine Lektion Französisch dran ....



9: ... bevor ich dieses tolle Buch anfangen kann, das mir ausgeliehen und nachdrücklichst empfohlen worden ist.
10: zwischendurch seit langem mal wieder die Nägel lackiert, der Gatte und das Mädchen kühlen sich derweil im Freibad ab


11: Wäsche gab es heute keine, dafür eine Spülmaschine auszuräumen und ein Abendessen zusammen zu improvisieren ....
12: ... und der Hund muss, so leid es mir tut, die Tiefenentspannung zu stören, auch noch schnell raus.



Wie war euer 12. Juli ?



// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Sonntag, 9. Juli 2017

Samstagsfragmente #93 - zwei Wochen in einer :)


Gestern 


haben wir unser Mädchen gehütet, das vom Pfadfinderlager völlig erschlagen nach Hause kam und dann prompt ein Fieber ausbrütete. Die Eindrücke waren wohl ein bisschen viel insgesamt und bei 2000 Kindern unter freiem Himmel möglicherweise auch der eine oder andere Virus unterwegs. Ich bin nur froh, dass es ihr nicht schon im Lager mies ging, das wäre richtig unangenehm geworden.

Für gestern Abend hatte ich unsere Frauengruppe zu einem Picknick im Park eingeladen. Männer und Kinder waren diesmal auch welcome, jeder brachte etwas zu essen mit und alle hatten es nett zusammen.

Die Woche 


... oder eigentlich die letzten zwei Wochen, ich bin ja schon wieder im Verzug, was die Wochenfragmente angeht, ging(en) mal wieder rasend schnell vorbei.

Erfreulichkeiten 


  • Das Mädchen ist (mit Abstrichen) wohlbehalten zurück! 
  • Der Gatte und ich hatten sturmfrei und waren gleich zweimal aus: einmal haben wir einen guten Kinofilm gesehen - Baby Driver hätte ich nach dem Titel nie in Erwägung gezogen, aber er lohnt sich, wenn man kein Problem mit überzogen-blutiger Action und Gewalt à la Pulp Fiction hat. 
  • das andere Mal führte uns zum Light Festival Jerusalem mit den spektakulären Lichtinstallation rund um die alte Stadtmauer. Leicht klaustrophobisch wird einem da ob der Menschenmassen, aber man muss es halt mal gesehen haben...
  • mit alten Freunden lecker Hummus gegessen 
  • noch drei Wochen bis zum Urlaub!


Erlesenes 


Auerhaus von Bov Bjerg habe ich diese Woche mit Vergnügen gelesen. Ein bisschen Tschick, ein bisschen Alina Bronsky, angesiedelt in der Provinz meiner Heimat im Jahrzehnt meiner eigenen Kindheit - hat mir gefallen.

Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau plätschert dagegen eher zäh vor sich hin. Ich bin etwas angefressen, weil ich erst nach dem Kauf festgestellt habe, dass Nicolas Barreau als Autor fiktiv und die Originalversion des Romans nicht Französisch sondern Deutsch ist, obwohl in der deutschen Ausgabe eine Übersetzerin genannt ist. Aber da dies letztlich fast 1:1 der Handlung des Romans entspricht, finde ich das fast schon wieder selbstironisch witzig. Überzeugen kann es mich bisher trotzdem nicht, dafür ist es viel zu vorhersehbar.

Angefangen habe ich auch den diesjährigen Man Booker Prize Gewinner Kommt ein Pferd in die Bar von David Grossmann. Ich fürchte fast, dass ich es im hebräischen Original lesen muss, denn die deutsche Übersetzung fühlt sich auf den ersten Seiten ziemlich sperrig an, aber vielleicht muss ich mich auch nur daran gewöhnen.

Auf den Ohren habe ich aktuell Hool von Philipp Winkler - auch so eine etwas herausfordernde Lektüre über eine Randgruppe, die man sonst nur aus den Schlagzeilen kennt.

Foto der Woche 


Bunte Regenschirm, die in (Groß-)Städten zwischen Hochhäusern schweben, sind seit ein paar Jahren ziemlich "in". Klar, dass auch Israel mitmischen muss, hier in einer Seitenstraße in Jerusalem:


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Webfragmente


ein bunter Strauß von Videos, diesmal nur für Englischversteher, sorry...

Jamie Oliver erzählt über sein Leben als Schüler mit Dyslexie und warum das klassische Schulsystem überbewertet ist: Video (English)

Eine israelische Soldatin erzählt von ihrem Dienst als Sanitäterin an der syrischen Grenze... Video (Hebräisch mit UT)

Eine tragisch-lustige Parodie darüber, wie es hier in 20 Jahren aussehen könnte, wenn wir den Konflikt nicht endlich gelöst kriegen: Video (Hebräisch mit UT)

Mein Lieblingsvlogger Nas über seine "unmögliche" Liebe in eben diesem Konflikt: Video (Englisch)




Und bei euch so?  


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //