Samstag, 29. Juli 2017

Samstagsfragmente #95 - und jetzt: Urlaub!



Heute 


hatten wir unseren ersten richtigen Ferientag. Gestern sind wir über die Schweiz in die Heimat gereist und heute haben wir uns bei Oma und Opa häuslich eingerichtet. Mit echten deutschen Brötchen, schwäbischen Brezeln, Kaffee und Gebäck, Apfelsaftschorle, einem guten Ravensburgerpuzzle, Kniffel und - angenehmen Temperaturen mit Sonne :)

Die Woche 


ging am Ende gar nicht so schnell vorbei wie erwartet, und ich habe es sogar noch geschafft, das Mädchen an meinem letzten Tag mit ins Büro zu schleppen und trotzdem noch einiges gebacken zu kriegen.


Erfreulichkeiten 

  • in luftigen Höhen am Azrieli Center im "Rooftop Cinema" den neuesten Film mit den Minions gesehen (der Gatte hatte Geburtstag und liebt die kleinen gelben Viecher..)  
  • mit Lieblingskollegen noch schön zu Mittag gegessen
  • im Pilates eine positive Grenzerfahrung gemacht 
  • sicher geflogen und gelandet und jetzt liegen drei Wochen Urlaub vor uns !  
  • glückliches Mädchen mit glücklichen Großeltern vereint <3  

Erlesenes 


Hool von Philipp Winkler habe ich diese Woche beendet. Ein starkes Buch, das mich herausgefordert hat, über meinen Tellerrand in eine Ecke der Gesellschaft zu schauen, die ich mir mit meiner behüteten Kindheit gar nicht vorstellen konnte. Die Geschichte eines Hooligans mitten in Deutschland, harter Tobak.

Limassol von Yishai Sarid war für mich nicht minder herausfordernd, aber auf eine andere Art. Der wunderschön geschriebene literarische Roman aus der Perspektive eines israelischen Shin-Bet Agenten, der seine Arbeit und sich selbst letztlich auf den Prüfstand stellen muss, hat mich mitgenommen und aufgewühlt.

Als nächstes lese ich was seichtes, glaube ich.

Foto der Woche 


Aussicht auf den See Genezareth, vom letzten Wochenende.

A post shared by hadassale (@photo_fragment) on



Nächsten Samstag sind wir im Allgäu, da verspäten sich die Fragmente wohl wieder etwas...

Weiterhin einen schönen Sommer euch :)

Sonntag, 23. Juli 2017

Samstagsfragmente #94 - feucht-klebrige Woche(n)



Gestern 


waren wir am See Genezareth auf einer Bat Mitzva-Feier. Schön ist es da oben ja schon, aber im Hochsommer lässt es sich kaum aushalten, die Hitze und Luftfeuchtigkeit sind so heftig, dass selbst ich kaum wusste, wo ich mich lassen sollte, dem Gatten graute es vor der Reise schon Tage vorher. Ist aber alles gut verlaufen, die Straßen waren zum Glück frei und die Strecke ist inzwischen auch so gut ausgebaut, dass es keine elend lange Fahrerei über Land mehr ist.

Immerhin waren wir dadurch weit weg von all dem Elend, das zur Zeit in und um Jerusalem tobt. Man möchte abwechselnd heulen und wütend um sich schlagen.


Die Woche 



Woche für Woche fliegt dieser Sommer dahin, so wie das ganz Jahr eigentlich, und ich komme mit nichts mehr hinterher. Heidenei! Die erste Hälfte der Sommerferien ist schon beinahe wieder um (woran mich das Mädchen fast täglich traurig seufzend erinnert..) und wir haben sie bisher eigentlich ganz gut hinter uns gebracht, finde ich. Ok, dass das Mädchen eine fiese Halsentzündung von den Pfadfindern mitbringt, war so nicht geplant, aber dank Penicillin dann auch schnell wieder ausgestanden. Letzte Woche war das Kind mit einer gemischten Kindergruppe aus Israel und der Palästina in einem Kibbutz und hat viele spannende Erlebnisse mit nach Hause gebracht. Außerdem möchte sie jetzt unbedingt Arabisch lernen 💙

Während ihrer Abwesenheit konnten der Gatte und ich wieder einiges unternehmen, waren auf einem feinen Konzert der Band EinsHoch6 in einer Bar in Tel Aviv und an einem anderen Abend Luxushamburger essen, gleich bei uns um die Ecke. Beim Kinder- und Jugendfilmfestival in Tel Aviv hatte ich die Gelegenheit mir Tschick anzusehen, eine ganz wunderbare Verfilmung des Jugendbuches von Wolfgang Herrndorf, das ich schon vor einigen Jahren mit Vergnügen gelesen habe.


Erfreulichkeiten 

  • einige gute Bücher gelesen 
  • mit dem Gatten schon wieder eine sturmfreie Woche verlebt 
  • ein Familienessen ohne größere Katastrophen überstanden (es war richtig nett!) 
  • Post von Litographs bekommen ! Drin war ein buchiges Geschenk meiner Lieblingsfreundin 💜
  • nur noch vier Tage bis zu unserem Urlaub


Erlesenes 


Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke von Karen Joy Fowler ist ein wahnsinnig berührendes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.

Aktuell schlinge ich an Kluftingers neuestem Fall Himmelhorn und amüsiere mich recht gut dabei. Ich lese die Krimis von Volker Klüpfel und Michael Kobr in erster Linie wegen der skurill-gemütlichen Allgäuer Kulisse, aber der Mordfall im Bergsteigermilieu klingt dieses Mal auch ganz interessant.

Von Kira Minttu kommt am 1. August ein e-Short über Jako, eine der Hauptpersonen aus Keep on Dreaming für Kindle auf den Markt. Ich habe es schon mal vorab gelesen und war sehr gefesselt.


Foto der Woche 


das Foto meiner Parisplanungen wurde auf Instagram gerne gemocht, hier im Beitrag ist es auch zu sehen: Paris statt Guns


Webfragmente 


ein uraltes Fundstück aus der Harald Schmidt Show hat mich dieser Tage Tränen lachen lassen: Schwäbischkurs


Samstag, 15. Juli 2017

Paris statt Guns

Heute Abend geben die Guns 'n Roses ein einziges Konzert in Israel. Das erste seit 23 Jahren in legendärem Line-up mit Axl, Slash und Duff.

Mei, wäre ich da gerne hingegangen, aber der Gatte hat's mit Rock leider gar nicht und bei den Ticketpreisen macht es wenig Sinn, nur aus Gefälligkeit mitzugehen. Geschmerzt hat es mich aber schon vor ein paar Wochen, als ich akut hin und her überlegt habe, ob ich womöglich alleine hingehen soll oder doch den Gatten mitschleppen - horrende Preise hin oder her - aber ein Open Air in der israelischen Mid-Juli-Hitze ist vermutlich auch für hartgesottene Fans anstrengend, für Klassikliebhaber Ende 40, die es schon Zuhause auf dem Balkon im Sommer kaum aushalten, gerät es wahrscheinlich zur Tortur. Und wer weiß, ob die, ja nun auch nicht mehr ganz taufrischen, Rocker nicht im letzten Moment entscheiden, dass es ihnen eigentlich zu heiß ist und die Fans mit halber Leistung abspeisen?

Ihr merkt schon, ich rede mir diese verpasste Chance schön, vor allem gerade jetzt, wo mir Facebook die Fotos der glücklichen Konzertgänger in die Timeline spült, aber ich reiße mich zusammen, denn ich habe damals im April oder Mail, als es noch Tickets gab, sehr erwachsen und vernünftig (spießig!) entschieden, dass wir uns dieses Geld sparen, weil wir ja schließlich auch im Sommerurlaub noch ein bisschen Reserven für schöne Familienerlebnisse haben wollen.

In diesem Zusammenhang kam mir die Idee mit Paris. Eigentlich war ich gerade dabei, einen Besuch im Europapark zu planen (mit Übernachtung? Falls ja, in welchem Hotel? Mit Oma und Opa? Ohne? etc. etc.) als aus den Tiefen meines Unterbewusstseins die Schlagwörter "Disneyland!" - "Paris!" an die Oberfläche schwebten und ihre Widerhaken in mein Planungszentrum schlugen. Disneyland wäre für meinen Moana-Elsa-Rapunzel-Belle-Arielle-und-wie-sie-alle-heißen-Fan thematisch noch wesentlich passender als Europapark, und ich habe ja bekanntlich auch eine feministisch-völlig-unkorrekte Schwäche für Disney..

Also erstmal nach Busunternehmern gegoogelt, die Disneyreisen aus Deutschland anbieten. Gleich einen gefunden für günstiges Geld, aber die Bewertungen haben mich derart verschreckt, dass ich das unmittelbar wieder abgehakt habe. Eine Nachtfahrt im engen Reisebus mit zig Zwischenstops, womöglich ohne Pausen, einem übernächtigten Aufenthalt im Disneyland und anschließender Nachtfahrt zurück, wieder mit zig Zwischenstops etc. scheint dann doch eher weniger familienfreundlich.

Wie gut, dass Google auch von einem Sparangebot der Bahn für den TGV nach Paris wusste, sonst wäre womöglich alles im Sande verlaufen und ich hätte niemals in Erwägung gezogen, die Schnapsidee mit Disney zu einem kleinen Hauptstadttrip* auszubauen.



Die Planung steht dann jetzt also soweit:

1. Tag - Ankunft in Paris
Spazieren an der Seine, Louvre-Gelände, Tuilerien, Arc de Triomphe und Eiffelturm. Übernachtung im Hotel L'Elysée in unmittelbarer Nähe zum Disneyland
2. Tag - Disney bis in die Puppen, das Hotel hat netterweise einen Shuttle-Service bis kurz vor Mitternacht
3. Tag - Ausschlafen und zurück nach Paris
Île de la Cité, Notre Dame, Le Marais, eventuell Centre Pompidou und abends mit dem TGV zurück


Drei Tage Paris statt drei Stunden Konzert. Ich halte das für einen guten Deal. Doch.


*In Berlin und London waren wir ja schon erfolgreich...

Mittwoch, 12. Juli 2017

#12von12 im Juli 2017 - wie schade, dass man die Luftfeuchtigkeit nicht abbilden kann

Meine 12 Alltagsschnappschüsse von heute habe ich wieder auf Instagram als Story eingestellt, die Funktion gefällt mir für die 12 von 12 wirklich sehr gut und hilft mir auch während des Tages besser am Ball zu bleiben.

1: Ferienzeit = Kindaufbewahrungsproblemzeit, heute Ferienprogramm bei Savta in Tel Aviv
2: einfach eine Tageskarte auf Mädchens ÖV-Smartcard geladen und schon kann ich sie im Zug mitnehmen. (Die letzte Tarifreform hat wirklich vieles vereinfacht, man glaubt es kaum in Israel! Mit einem Guthaben kann man jetzt alle Verkehrsmittel nutzen und die Smartcards sogar per App aufladen)



3: am ersten Bahnhof in Tel Aviv steigt das Mädchen aus und wird von der Savta in Empfang genommen. Ich fahre noch ein Stück weiter. Auf dem Weg ins Büro fällt mir auf, dass meine Lieblingshochhäuser sich im Nachbarbürogebäude spiegeln. Nachdem ich schon fünf Jahre lang jeden Morgen daran vorbei schlurfe..
4: eine Kollegin hat Lieblingsschokolade mitgebracht <3




5: auch nach der Arbeit nehme ich heute den Zug, das Mädchen wird dort wieder zusteigen, wo ich sie morgens abgegeben habe
6: die Werbung für den BayernMarket (sic!) ist mir die Tage schon mal aufgefallen: Klassische Motive wie Dirndl, Wurst und Weißbier funktionieren offenbar auch mitten im trendigen Tel Aviv




7: Zuhause muss ich ein bestimmtes Papier in unserem Balagan suchen, nervig sowas
8: danach ist eine Lektion Französisch dran ....



9: ... bevor ich dieses tolle Buch anfangen kann, das mir ausgeliehen und nachdrücklichst empfohlen worden ist.
10: zwischendurch seit langem mal wieder die Nägel lackiert, der Gatte und das Mädchen kühlen sich derweil im Freibad ab


11: Wäsche gab es heute keine, dafür eine Spülmaschine auszuräumen und ein Abendessen zusammen zu improvisieren ....
12: ... und der Hund muss, so leid es mir tut, die Tiefenentspannung zu stören, auch noch schnell raus.



Wie war euer 12. Juli ?



// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Sonntag, 9. Juli 2017

Samstagsfragmente #93 - zwei Wochen in einer :)


Gestern 


haben wir unser Mädchen gehütet, das vom Pfadfinderlager völlig erschlagen nach Hause kam und dann prompt ein Fieber ausbrütete. Die Eindrücke waren wohl ein bisschen viel insgesamt und bei 2000 Kindern unter freiem Himmel möglicherweise auch der eine oder andere Virus unterwegs. Ich bin nur froh, dass es ihr nicht schon im Lager mies ging, das wäre richtig unangenehm geworden.

Für gestern Abend hatte ich unsere Frauengruppe zu einem Picknick im Park eingeladen. Männer und Kinder waren diesmal auch welcome, jeder brachte etwas zu essen mit und alle hatten es nett zusammen.

Die Woche 


... oder eigentlich die letzten zwei Wochen, ich bin ja schon wieder im Verzug, was die Wochenfragmente angeht, ging(en) mal wieder rasend schnell vorbei.

Erfreulichkeiten 


  • Das Mädchen ist (mit Abstrichen) wohlbehalten zurück! 
  • Der Gatte und ich hatten sturmfrei und waren gleich zweimal aus: einmal haben wir einen guten Kinofilm gesehen - Baby Driver hätte ich nach dem Titel nie in Erwägung gezogen, aber er lohnt sich, wenn man kein Problem mit überzogen-blutiger Action und Gewalt à la Pulp Fiction hat. 
  • das andere Mal führte uns zum Light Festival Jerusalem mit den spektakulären Lichtinstallation rund um die alte Stadtmauer. Leicht klaustrophobisch wird einem da ob der Menschenmassen, aber man muss es halt mal gesehen haben...
  • mit alten Freunden lecker Hummus gegessen 
  • noch drei Wochen bis zum Urlaub!


Erlesenes 


Auerhaus von Bov Bjerg habe ich diese Woche mit Vergnügen gelesen. Ein bisschen Tschick, ein bisschen Alina Bronsky, angesiedelt in der Provinz meiner Heimat im Jahrzehnt meiner eigenen Kindheit - hat mir gefallen.

Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau plätschert dagegen eher zäh vor sich hin. Ich bin etwas angefressen, weil ich erst nach dem Kauf festgestellt habe, dass Nicolas Barreau als Autor fiktiv und die Originalversion des Romans nicht Französisch sondern Deutsch ist, obwohl in der deutschen Ausgabe eine Übersetzerin genannt ist. Aber da dies letztlich fast 1:1 der Handlung des Romans entspricht, finde ich das fast schon wieder selbstironisch witzig. Überzeugen kann es mich bisher trotzdem nicht, dafür ist es viel zu vorhersehbar.

Angefangen habe ich auch den diesjährigen Man Booker Prize Gewinner Kommt ein Pferd in die Bar von David Grossmann. Ich fürchte fast, dass ich es im hebräischen Original lesen muss, denn die deutsche Übersetzung fühlt sich auf den ersten Seiten ziemlich sperrig an, aber vielleicht muss ich mich auch nur daran gewöhnen.

Auf den Ohren habe ich aktuell Hool von Philipp Winkler - auch so eine etwas herausfordernde Lektüre über eine Randgruppe, die man sonst nur aus den Schlagzeilen kennt.

Foto der Woche 


Bunte Regenschirm, die in (Groß-)Städten zwischen Hochhäusern schweben, sind seit ein paar Jahren ziemlich "in". Klar, dass auch Israel mitmischen muss, hier in einer Seitenstraße in Jerusalem:


A post shared by hadassale (@photo_fragment) on

Webfragmente


ein bunter Strauß von Videos, diesmal nur für Englischversteher, sorry...

Jamie Oliver erzählt über sein Leben als Schüler mit Dyslexie und warum das klassische Schulsystem überbewertet ist: Video (English)

Eine israelische Soldatin erzählt von ihrem Dienst als Sanitäterin an der syrischen Grenze... Video (Hebräisch mit UT)

Eine tragisch-lustige Parodie darüber, wie es hier in 20 Jahren aussehen könnte, wenn wir den Konflikt nicht endlich gelöst kriegen: Video (Hebräisch mit UT)

Mein Lieblingsvlogger Nas über seine "unmögliche" Liebe in eben diesem Konflikt: Video (Englisch)




Und bei euch so?  


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Samstag, 1. Juli 2017

[Buch] Julia Dibbern: Wolkendämmerung

Ein neuer Ink Rebel ist da!

Pünktlich zur Ferienzeit nimmt uns Julia Dibbern in ihrem Jugendthriller "Wolkendämmerung" mit ins sonnige Kalifornien. Mit einer aufwändigen Release-Party auf Facebook, in deren Mittelpunkt eine virtuelle Schnitzeljagd stand, um den verschwundenen Protagonisten Nick wieder zu finden, haben die Ink Rebels mit ihren Lesern das Erscheinen des neuen Buches gefeiert. Jede Menge Hinweise auf das Buch, Fotos von den Originalschauplätzen in Kalifornien, Cocktail-Rezepte aus anderen Büchern des Labels, eine große Verlosung und Small Talk mit dem gerade rechtzeitig wieder aufgetauchten Nick Hansen, den man sogar auf Facebook befreunden kann, machten richtig Lust auf "Wolkendämmerung". Ansehen kann man die Beiträge auch nach der Party noch hier.




Was steht drin?


Der 17-jährige Nicholas muss allerlei Gelegenheitsjobs annehmen, um sich und seinen Vater über Wasser zu halten, der mit dem Schreiben von Drehbüchern nur mäßig erfolgreich ist, seit die Mutter die Familie verlassen hat. Laufen an der Pazifikküste und knallhartes Parkourtraining helfen Nick beim Stressabbau und halten ihn fit, Geborgenheit und Familienanschluss findet er bei seinem bestem Freund Zac, denn seine Lebenssituation droht ihm zunehmend über den Kopf zu wachsen, so sehr er es auch zu verbergen versucht. Richtig in seinem Element ist Nick nur dann, wenn er die Welt durch seine Kameralinse sieht, und als er beauftragt wird, als Fotograf auf einem Forschungsschiff mitzufahren, glaubt er den Job seines Lebens gelandet zu haben. Doch bald darauf entdeckt er Ungereimtheiten im Umfeld der Klimaschutzorganisation und als er zuerst verfolgt und dann bedroht wird, steckt er schon viel zu tief in der Sache drin...

***

Klingt ein bisschen wie der Klappentext zu einem Poznanski-Buch? Finde ich auch. Und tatsächlich habe ich mich beim Lesen von "Wolkendämmerung" immer wieder an meine Lieblingsbücher von ihr erinnert gefühlt. Besonders am Anfang steckt so viel Tempo und Suspense in Julias Thriller, dass ich nach der ersten großen Leseprobe vor einigen Monaten unbedingt wissen musste, wie die Geschichte um Nick und seine Freunde weitergeht. Die atemlose Spannung vom Einstieg hält er zwar nicht durchgängig, dafür lässt er sich Zeit für die Vorstellung der Charaktere und ihre Beziehung zueinander. Alle haben sie Ecken und Kanten und nein, Nick lebt zwar in Kalifornien, ist aber kein Abziehbildbeachboy. Sogar die Liebesgeschichte ist so allmählich-realistisch aufgebaut, dass es mir bis zum ersten richtigen Knistern fast schon ein bisschen zu lang gedauert hat. (Aber ich bin auch eine hoffnungslose Romantiktante bei Büchern und das hier ist schließlich ein Thriller und keine Romance, so.)

Am Ende des Romans bleiben Gewissensfragen offen und regen zum weiteren Nachsinnen an, ohne dabei oberlehrerhaft daher zu kommen. Das finde ich wichtig, denn die im Buch angerissenen Themen Umweltschutz, Klimawandel und Aktivismus in Zeiten politischer Umbrüche, sind ja brandaktuell und werden die Jugendlichen von heute wohl ihr ganzes Leben beschäftigen.

Gerne hätte ich noch mehr über das alltägliche Leben von Nick und die Hintergründe seiner Familiensituation erfahren, aber das hätte vermutlich den Rahmen des ohnehin recht umfangreichen Thrillers gesprengt.  Aber vielleicht schenkt uns Julia ja mal eine Bonus-Backstory. Oder so.

Danke, dass ich wieder vorablesen durfte :)


"Wolkendämmerung" ist ab sofort als Kindle eBook für 3,99 Euro erhältlich. Als Klappbroschur ist es im Amrun-Verlag erschienen und kann dort oder über euren Buchhändler bestellt werden. Eine ausführliche PDF-Leseprobe gibt es hier